FREIENSTEINAU
(Dieter Schneider)
Die
Aktiven des KV Kikiriki Freiensteinau haben ihre närrische Jungfernfahrt
mit Bravour absolviert. In einer fünfstündigen Sitzung wurde
im vollbesetzten Freiensteinauer Bürgerhaus nicht mit Applaus
gespart.
Bei
der Sitzung des KV Kikiriki steuerten die beiden Sitzungspräsidenten
Gerhard Euler und Andreas Höbeler in gekonnt gereimter Form eine
100-köpfige Mannschaft aus Tanzgarden, Büttenrednern, Landfrauen,
Sängern und Tänzern bis weit nach Mitternacht durch das
Programm.
Mit einem dreifachem Kikirki eröffneten Prinz Alexander und Prinzessin
Joana sowie Kronprinz Marvin und Kronprinzessin Lara mit Gockel Carsten
Hofmann den närrischen Frohsinn. Bereits die Präsidentengarde
eroberte mit ihrem schwungvollen Gardetanz die Herzen der Narren.
Das Kündigungsschreiben der Garde, deren Tänzerinnen als
Krümmel 1996 erstmals die Beine schwangen und die in diesem Jahr
letztmals auftreten will, wurde von Steuermann Gerhard Euler nicht
akzeptiert.
Zu einer festen Größe ist Carsten Hofmann gereift, der
nicht nur die Freiensteinauer Traditionsfigur, den Gockel, verkörpert,
sondern auch mit einer Büttenrede als Babett Ich
such einen richtigen Mann gleich den richtigen Ton anschlug.
Die Cocker Shocker wirbelten zu fetzigen RocknRoll-Klängen
federleicht und raddrehend über die Bühne. Armin Langwasser
nahm die Finanzkrise und die Politikverdrossenheit aufs Korn.
Ein Urgestein der Freiensteinauer Fastnacht und eine Koryphäe
des zügellosen Wortspiels ist Kikiriki-Ehrenvorsitzender Karlheinz
Fehl. Seine Attacken auf die Vogelsberger Abfallwirtschaft kamen bestens
an. Die Dancing Tigers präsentierten sich im Wilden Westen, bevor
Prinz Alexander seiner Prinzessin eine besondere Freude machte und
die von ihr betreute Langenselbolder Jugendtanzgruppe auf die Bühne
holte.
Mattias Rausch offenbarte den Alltag als Beamter einer Gemeindeverwaltung,
während die Prinzengarde tänzerisch überzeugte. Anschließend
überbrachten die Vereine aus Grebenhain, Ilbeshausen und Langenselbold
ihre närrischen Grüße.
Die Landfrauen stellten in einer Kneipenszene die Freiensteinauer
Wirtschaftskultur nach, und die Gickel-Rockers überzeugten mit
ihrem Gladiator-Showtanz. In der Weiberfastnacht ist Birgit Hofmann
ein gern gesehenes Gesicht, jetzt wagte sich die Aal Schochtel
vom Kikiriki auch auf die große Bühne. Als Mann aus
Bella Italia versprühte Torben Schaaf seinen Luigi-Charme. Die
Lieder von Harald Frank aus Herchenhain, der in Mundart vom einfachen
Dorfleben sang, kamen bestens an. Als krönenden Abschluss präsentierte
der Karnevalverein Kikiriki nach mehrjähriger Pause wieder ein
Männerballett.

Die
Gickel-Rockers des KV Kikiriki heizten den Narren im Freiensteinauer
Bürgerhaus mächtig ein. Fotos: Dieter Schneider